gesamtkonzept
kornmaschinen
kraftwerk kardaun
kastelruther bhf
     
     
     
     
     
     
   
     
  projekte hochbau

städtebau

licht

design

  vita
  kontakt
  galerie my.art
  links
  impressum  

Gesamtkonzept

Im Verlauf des vom Kuratorium für Technische Kulturgüter beabsichtigten Technikparcours müssen technische Kulturdenkmäler mit extrem unterschiedlicher Ausprägung auf geeignete Weise präsentiert werden.

Auf die Vielfalt der Erscheinungsform dieser Denkmäler vom technischen Einzelobjekt (Turbine, Kraftrad, Landwirtschaftliche Maschinen) bis zur baulichen Gesamtanlage (Bahnhof, E-Werk, Seilbahn) muss durch ein hoch flexibles bauliches Konzept reagiert werden, das sowohl bekannte als auch derzeit noch nicht erkennbare Anlagen in den ihnen jeweils eigenen Qualitäten inszeniert.

Bei Einzelobjekten ist in der Regel eine Einhausung erforderlich. Hier ist die dem Objekt hinzugefügte Architektur Zeichen und Instrument zur Inszenierung, wogegen Gebäude durch ihre architektonische Qualität und spezifische Nutzung für sich selbst stehen und lediglich durch geeignete Mittel signalisiert und erlebbar gemacht werden müssen.

Im Vordergrund steht ein einheitliches Erscheinungsbild, das unabhängig von den Objekteigenschaften dem Betrachter die Zugehörigkeit zum Projekt des Kuratoriums eindeutig signalisiert. Die Visualisierung erfordert deshalb eine einheitliche Architektur- und Designsprache als verbindendes Element mit gleichermaßen ausgeprägter Nah- und Fernwirkung.

Vorgeschlagen wird ein modulares System als Baukasten, abgeleitet vom Containerbau als marktgängiges Industrieprodukt, das auf die Aufgabenstellung hin modifiziert wird.

Grundmodul bildet die aus Rahmenschenkeln bestehende Raumstruktur der Containerzelle. Diese kann als offene Struktur beliebig addiert und zu komplexen räumlichen Gebilden geformt werden. Die Module können teilweise oder allseitig mit Hüllflächen versehen werden als

Je nach Aufgabenstellung und Inszenierungskonzept können die Hüllflächen

ausgebildet werden.

Rahmengrundstruktur und Hüllflächen können dienen

Unabhängig von der jeweils zu bewältigenden Inszenierungsaufgabe und der Komplexität der räumlichen Fügung sind der Rahmen und seine Profile als Grundmodul Leitbild und Erkennungszeichen des Technikparcours.

Diese Wirkung muss gestützt werden durch

Dieses Leitsystem kann aus solar- oder konventionell betriebenen LED-Modulen bestehen, die in regelmäßigen Abständen (100 m) entlang des Parcours installiert werden und sich linear oder flächenhaft im Bereich der einzelnen Technikobjekte verdichten. Die Lichtintensität der Module wird helligkeitsabhängig so geregelt, dass diese sowohl bei Tag wie auch bei Nacht präsent sind und ihre Funktion als Leitsystem und weiteres Identifikationsmittel für den Parcours erfüllen.

Fallbeispiele

Anhand von 4 konkreten Fallbeispielen soll das Gesamtkonzept im Hinblick auf die Anwendbarkeit bei unterschiedlichen Aufgabenstellungen verifiziert werden. Die Arbeitsgruppe hat die Grundidee der Visualisierung bei folgenden Projekten konzeptionell weiter entwickelt und konkretisiert:

Das Kraftwerk Kardaun am Eingang zum Eggental ist das erste und älteste Kleinkraftwerk in Südtirol. Die 1901 erstellte Anlage ist bis heute nahezu unverändert und erzeugt nach wie vor 18 Mio. kWh im Jahresmittel. Nach einer umfassenden baulichen und technischen Renovierung und dem Ersatz der historischen Turbinen durch Aggregate heutiger Technik soll das Kraftwerk – auch im laufenden Betrieb – einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Das E-Werk Sachsenklemme wurde vom Besitzer des Hotels Sachsenklemme 1931 erbaut und versorgte mit einer Leistung von 35 – 100 kW 30 Haushalte in Grasstein und das Hotel selbst. Gespeist wurde es über den beim Haus herab gehenden Wasserfall. Nach einer umfassenden technischen und baulichen Instandsetzung soll das reaktivierte Werk als Schaukraftwerk der Öffentlichkeit zugänglich werden und die Thematik der Stromerzeugung durch Wasser exemplarisch belegen.

Der Kastelruther Bahnhof ist ein um 1898 geschaffener Haltepunkt an der Brennerbahn, die ehemals zwischen der heutigen Brenner Straße und der Eisack verlief. Zusammen mit einer gedeckten Holzbrücke, dem Torggler Steg, der einst den Bahnhof mit den Orten St. Oswald und Kastelruth verband, ein einzigartiges Ensemble in einer einzigartigen Landschaftskulisse. Brücke und Bahnhof sollen restauriert und das Bahnhofsgebäude reaktiviert und einer neuen Nutzung entlang des Radwegs und Technikparcours zugeführt werden.

Die Kornverarbeitungsmaschinen sind historisch-technischer Beleg für die ehemalige landwirtschaftliche Nutzung des Vinschgaus, als es noch die Kornkammer Südtirols war. Die historischen Maschinen sollen als Reminiszenz an den vergangenen Landbau in der heutigen vom Obstanbau geprägten Kulturlandschaft inszeniert werden.

Aufgrund Ihrer spezifischen Lage, Ausformung und bisheriger und künftiger Nutzung stehen damit vier völlig verschiedene Projekte zur Verfügung, die ebenso verschiedene und jeweils eigenständige Lösungsansätze für ihre Inszenierung erfordern.

Übergeordneter Grundsatz muss dabei sein, dass die aufgezeigten Maßnahmen die jeweilige Identität des Projektes stützen und das Umfeld sich unterordnet. Die Mittel, mit denen das Objekt visuell erlebbar gemacht wird, dürfen nicht in Konkurrenz zu diesem selbst stehen.

Die Konzeptansätze für die vier Projekte sind im folgenden einzeln dar gestellt.