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Servicegebäude - Sportanlagen am Mühlbach Deggingen

Ziel des Entwurfs ist es, eine einfache Bauaufgabe auf einfachste gestalterische und konstruktive Weise zu lösen, unter besonderer Berücksichtigung der landschaftlichen Einbindung, der Möglichkeiten des Selbstbaus und der Kostenminimierung sowie modellhafter Technologien zur Energieeinsparung.

Der städtebauliche Ansatz liegt in der Aufnahme und Beibehaltung der landschaftlichen Bezüge, wobei der Lage an dem naturnahen Bachbett besondere Bedeutung beikommt. Die Erschließung folgt auf selbstverständliche Weise den tatsächlichen Wegebeziehungen.

Die Besucher kommen ohne Zwänge vom Parkplatz über die südliche Brücke, am Bachlauf entlang, zu den Sportplätzen. Die unter einem gemeinsamen Dach liegenden Gebäudeteile befinden sich beidseits dieses Weges: Das Clubhaus im Westen mit großer, kanzelartige Terrasse zum Bach und mit Blick auf die Sportplätze orientiert, ein Ort mit hoher Aufenthaltsqualität - die Funktionsräume davon abgelöst im Osten. Es entsteht eine Torwirkung, die den Eingang zum Sportgelände auf einfache Weise definiert.

Die Architektur soll freundlich, leicht und lichtdurchflutet sein, mit hellen Materialien, im wesentlichen Holz und Glas. Durch Abheben der Bodenplatte vom Gelände, ein von den Baukörpern abgelöstes Dach und zwischen diese beiden Elemente eingestellte "Baukörper" für die Sanitärräume und den Clubraum, wird diese Leichtigkeit und ein schwebender Charakter erreicht. Gleichzeitig entsteht Offenheit und allseitiger Bezug zur Landschaft. Diese gestalterischen Mittel haben außerdem erhebliche baukonstruktive und bauphysikalische Vorteile:


- Einfache, straffe Grundrisse regelmäßiges Konstruktionsprinzip, einfache Anschlüsse, reduzierte Details, damit erhöhte Selbstbaumöglichkeit
   
- Bau-
kastenprinzip
leichte Erweiterbarkeit, Nachrüstbarkeit, auch im Selbstbau
   
- Einfache Gründung geringer Aushub, nur für Streifenfundamente - Selbstbau!
   
- Bodenplatte
vom Erdreich abgelöst
keine Abdichtungsmaßnahmen gegen Erdfeuchte, nur Wärmedämmung, vereinfachter Selbstbau
   
- Ein homogenes Dach über allem einfache Anschlüsse, keine Verwahrungen, geringe Schadensanfälligkeit
   
- Kaltdach optimaler sommerlicher Wärmeschutz - keine Aufheizung, keine Dampfdiffusionsprobleme im Dach - Vermeidung von Feuchteschäden Keine Dachdurchdringungen - keine Spätschäden
einfacher Dachaufbau - Selbstbau!
   
- Große Dachüberstände hoher Witterungsschutz für Fassade
   
- Alle Räume an Außenwänden natürliche Belüftung, kein mechanischer Aufwand, geringer Kunstlichteinsatz
   

Das Gebäude ist für die spätere Umsetzung eines innovativen Energiekonzeptes vorgerüstet, das wegen der angespannten Haushaltslage zurückgestellt wurde: Aus im Erdreich des Freigeländes zu verlegende Kanalrohre wird über den Jahreslauf 10-grädige Luft zu einem Erdwärmetauscher geführt. Dieser übernimmt drei Funktionen: Raumheizung im Winter mit angekoppelter Wärmepumpe - Raumkühlung im Sommer, gegebenenfalls unter Hinzuziehung des Wärmepumpensystems, meist aber nur durch mechanische Lüftung - Ganzjährige Brauchwassererwärmung für den Duschbedarf über Wärmepumpe.

Bauherr: Turnverein Deggingen
Architekt: Mario Hägele
Mitarbeiter: Ralf Ambrosius, Jens Michalke Attila Acs, Christian Remes
Energiekonzept: Gertis + Fuchs, Stuttgart Statik: Dr. Pocanschi + Partner, Stuttgart Baujahr: 2002
Fotograf: Mario Hägele